Kommt ein Mann in eine Bank und verlangt einen Dollar! - Nein, das ist nicht der Anfang eines schlechten Witzes.
James Verone ist arbeitslos und krank, benötigt dringend ärztliche Versorgung, die er sich aber nicht leisten kann, denn James Verone ist, wie viele Menschen in den USA, nicht krankenversichert. Häftlinge hingegen werden in den Vereinigten Staaten ärztlich versorgt.
So fasst James Verone den verzweifelten Entschluss, eine Bank zu überfallen um in den Genuss ärztlicher Pflege zu kommen.
Er betritt am 9. Juni unbewaffnet eine Filiale der RBC Bank in Gaston County im Südwesten des US-Bundesstaats North Carolina und übergibt der Bankangestellten einen Zettel: ‘Das ist ein Banküberfall. Geben Sie mir bitte nur einen Dollar.’ Danach setzt er sich in die Empfangshalle der Bank und wartet auf das Eintreffen der Polizei.
Vor dem Überfall schickte er der Lokalzeitung eine Mitteilung: Wenn Sie diesen Brief bekommen, werde ich einen Banküberfall begangen haben. Dieser Überfall wird von mir wegen eines Dollars verübt.
James Verone hatte seinen Job bei Coca Cola verloren und schwere gesundheitliche Probleme erschwerten ihm einen Neustart. Ohne Krankenversicherung sah er die einzige Möglichkeit zu einer vernünftigen ärztlichen Behandlung zu kommen in diesem Überfall. Auf Verone wartet nun eine Haftstrafe von etwa drei Jahren – in dieser Zeit, so hofft er, wird er im Gefängnis wieder gesund.
Eine verzweifelte, skurrile Tat mit ernstem Hintergrund, die ein bezeichnendes Bild auf das US-amerikanische Gesundheitssystem wirft. Spätestens seit Michael Moores ‘Sicko‘ weiß man ja um die Problematik amerikanischer Gesundheitspolitik, die Aktion Verones zeigt dies nun nochmals deutlich auf – und spielt Präsident Obamas Plänen einer funktionierenden Gesundheitsvorsorge für alle Amerikaner in die Hände. Möge die Übung – nicht zuletzt dank James Verone, der zumindest für kurze Zeit den Finger in die Wunde eines Systems, bei dem nach wie vor viele Menschen auf der Strecke bleiben – gelingen.
James Verone im Interview nach dem Überfall:







Schon traurig, aber bei der derzeitigen Finanzlage der USA wird sich daran wohl erst einmal nicht viel ändern :/
Der arme … es ist unglaublich wie traurig manche Geschichten sind. Das Schlechte daran ist dass so etwas nicht nur in der USA vorkommt, sondern fast überall in der Welt. In Ost Europa funktionieren seit ein Paar Jahren nur die Privaten Krankenversicherungen, das ist die direkte Kosequenz des kranken Systems…
Wirklich eine skurrile und alarmierende Geschichte, die es für jeden anschaulich macht, wie es um manche Dinge steht. Für mich ist der gute Mann ein Held. Hoffentlich bekommt er jetzt die Versorgung, die er braucht. Leider gibt es noch sehr viele andere Menschen, die sich keine angemessene medizinische Versorgung leisten können. Das System muss verbessert werden.